#3 Mittwoch 29. März 2017

Rekodierung, sture Amerikaner und das Ende einer Theorie

Und weil ein Ende ja im besten Fall den Anfang von etwas Neuem markiert gibt es natürlich noch im gleichen Atemzug eine neue Theorie. Grund dafür ist, dass die Amerikaner zu selten ihre Meinung wechseln, jedenfalls die Wähler. In meiner Analyse von Wechselwählern während dem Präsidentschaftswahlkampf 2012 haben keine 150 Personen in meinem Datensatz die Seiten gewechselt. Und das bei über 5000 befragten. Nun, zum Glück ist es möglich durch eine einfache Anpassung der Theorie auf Wechselwähler zwischen den Wahlen 2008 und 2012 auszuweichen. Allerdings sind die starrköpfigen Amerikaner da auch nicht gerade äußerst wechselfreudig. Gerade einmal 7% im Datensatz. Aber das müsste nun möglich sein.

Sollte das theoretische Konstrukt also so bestehen bleiben können ist die Rekordierung innerhalb eines Tages super schnell von statten gegangen. Hätte ich nicht erwartet. Ich konnte sogar die ersten Regressionen rechnen und mich wieder ein wenig in die zugehörigen Tests einlesen. Das wird sicher noch aufregend, da meine abhängige Variable dichotom ist und somit eine logistische Regression verwendet werden muss. Hatte ich noch nicht bisher, wird spannend.

Was mir immer noch zu denken gibt ist diese no Media Kategorie.  Es ist in unserer modernen Welt kaum vorstellbar, dass jemand von den Medien nicht erreicht wird. Und dabei meine ich natürlich keineswegs den bewussten Konsum. Eher das nebenbei Radio hören im Bus, einen Blick auf die Schlagzeilen beim Laufen durch eine Stadt erhaschen oder den Fernseher im Wartezimmer des Arztes. Medien sind Omnipräsent. Doch wie beeinflusst uns dieser passive Medienkonsum. An welcher Gesellschaft will man so etwas abgleichen um einen gesicherten Effekt festzustellen. Da es ja ganz faszinierende und zugleich gruselige Untersuchungen darüber gibt, wie Anzeigen auf Internetseiten, welche nicht bewusst wahrgenommen werden, das Entscheidungsverhalten ändern kann ich mir gut vorstellen, dass es ähnliche Effekte durch mediale Präsenz gibt.

 

Aber damit genug für heute!

 

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