Handeln und Sprechen offenbaren den Menschen

Die Unwiderruflichkeit des Handelns

Zwar ist Handeln unwiderruflich, jedoch kann diese Unwiderruflichkeit durch anderes Handeln abgemildert werden. Die Handlung des Verzeihens ermöglicht es erst mit den eigenen Handlungen zu leben, selbst wenn diese von Unwissen geprägt war.

Als Mittel gegen die Ungewissheit des Zukünftigen gelten Versprechen, die gehalten werden. Diese beiden Kategorien, das Verzeihen und das Versprechen, verbinden die Vergangenheit und die Zukunft in der Art, dass die eine das andere erst ermöglicht.
Verzeihen heißt, sich gegenseitig von den Folgen einer Tat zu entbinden. Das Versprechen dient dagegen als Hilfe zum durchhalten der eigenen Identität. Diese beiden dialektischen Elemente gestatten eine gewisse Dynamik, ebenso wie die notwendige Stabilität.

Die Bindung an Mitmenschen ermöglicht also erst die Ausgestaltung einer Identität. Dabei stellt Arendt die Verbindlichkeit gegenüber der eigenen Person in Frage indem sie sowohl das Verzeihen als auch das Versprechen nur gegenüber Anderer als verbindlich betrachtet. Die Möglichkeit der Verbindlichkeit gegenüber der eigenen Person wird grundsätzlich ausgeschlossen.

 

 

Die hier besprochenen Kapitel Handeln und Sprechen offenbaren den Menschen und Die Unwiderruflichkeit des Handelns stammen beide aus dem Hauptwerk von Hannah Arendt, Vita Activia oder Vom tätigen Leben(*) (Wiki). Das Hauptaugenmerk ist dabei auf die Entfaltung einer politischen Theorie gerichtet.

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