Thema! Warum? Wieso? Weshalb?

Das Thomas-Theorem und seine Konsequenzen für die soziologische Perspektive

Diese Überschrift ist der Arbeitstitel meiner Bachelorarbeit. Darüber was ich mir von dieser Fragestellung erhoffe, für welches Vorgehen ich mich entschieden habe und welche Rolle die Empirie bei dieser an und für sich theoretischen Arbeit spielt habe ich versucht mir vor Beginn der eigentlichen Arbeit Gedanken zu machen. Hier werden die Ergebnisse kurz dargelegt.

Die Konkrete Fragestellung lautet demzufolge: Was sind die Konsequenzen des Thomas-Theorems für die soziologische Perspektive? Doch wieso sich überhaupt mit dem Thomas-Theorem beschäftigen? Der Hauptgrund für meine Wahl ist das Gefühl einer gewissen Unkonkretheit. Diese sowohl der eigenen Disziplin – der Soziologie – als auch der Frage nach der Annäherung einer beliebigen Fragestellung gegenüber. Also was macht die Soziologie genau aus und wie wende ich sie an. Dabei Geht es keineswegs um den Anspruch die ein richtige wahre und einzig gültige Soziologie zu finden, sondern viel mehr darum einen eigenen Weg zur persönlichen soziologischen Perspektive zu beschreiten.

Das war das große Fragezeichen, welches gegen Ende des Bachelors eher größer als kleiner wurde. Genau an dieser Stelle kommt das Thomas-Theorem ins Spiel. Dieses ist mir im Laufe des Studiums an verschiedensten Stellen in diversesten Kontexten aufgefallen und wurde im besten Falle mit dem Verweis auf Literatur abgehakt. Der stramme Zeitplan erlaubt es jedoch leider nicht jeder interessanten Literaturempfehlung nachzukommen und so war es auch hier. Trotzdem hat dieser eine Satz einen tiefen Eindruck hinterlassen. Er erschien einleuchtend, präzise und simpel formuliert. Trotzdem ist er der Eingang zu einem komplexen und von mir bisher nur oberflächlich berührten Teil der Soziologie: den Handlungstheorien. Dieses Feld, gerade mit Fokus auf das Thomas-Theorem, erfüllt zwei für mich wichtige Kriterien bei der Themenauswahl. Zum einen liegt der Fokus auf einem verstehenden Ansatz, welcher versucht die Welt deutend und denkend zu sortieren. Zum anderen aber lässt sich das Thema so klar begrenzen um im Rahmen der Bachelorarbeit fachlich tief einzusteigen und es relativ umfänglich zu bearbeiten.

Diese klare Eingrenzung wird auch durch mein geplantes Vorgehen deutlich. Zu allererst und als Grundlage jeder weiteren Betrachtung und Ausweitung soll das Thomas-Theorem in seinem ursprünglichen Kontext und in Zusammenhang mit der Arbeit von W.I. Thomas betrachtet werden. Daraus soll sich zum einen das Soziologieverständnis von Thomas, aber gleichzeitig der Zeitgeist und Ursprung der Chicagoer Schule erschließen lassen. Die Grenzen und Aufgaben einer so ausgerichteten Soziologie lassen sich daraus folgern, wovon ich mir ein besseres Verständnis der Disziplin erwarte. Vor allem die Abgrenzung zu anderen Disziplinen, welche ich gegenwärtig im Raum zwischen Subjektivität und Intersubjektivität vermute, soll besser greifbar werden.

Eine theoretische Arbeit läuft stets Gefahr nur mit dazugehörigem Wörterbuch und ausreichend Vorkenntnissen gelesen werden zu können. So eine Art Abschlussarbeit möchte ich vermeiden. Viel mehr soll die Arbeit dazu dienen auch anderen den Schritt zu ermöglichen, welche ich mir erhoffe. Dazu will ich auf empirische Beispiele zurückgreifen, auch weil ich der Meinung bin, dass die Anwendung an beobachtbares Verhalten ein grundlegendes Argument für die Daseinsberechtigung der Soziologie ist. Empirische Beispiele helfen die oft befremdlich wirkende Sprache zu entschärfen und dienen dem eigenen Verständnis. Lässt sich der Bezug zur echten Welt nicht herstellen habe ich etwas entweder nicht verstanden oder es existiert nicht und ist somit unnötig. Trotzdem kann es keine empirische arbeit sein, weil die Beispiele dem verdeutlichen der Theorie dienen und nicht dem Verstehen von sozialen Vorgängen.

 

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