II. Identität
Identität als Nebenprodukt der Erzählung
Identität kann im Kontext des bisher erläuterten als diskursive Errungenschaft verstanden werden. Selbstreferentielles Verhalten wird im Diskurs verwirklicht. Zuschreibung von realen Eigenschaften passieren über die Vermittlung in einer erzählten Welt. Somit sind Formen der Erzählung ebenso ein Mittel der Selbstdarstellung.
An Wittgenstein (Wiki) angelehnt sind die Grenzen unserer narrativen Tradiotion die Grenzen unserer Identität. Ebenso ist Erinnern als narrativer Prozess zu beschreiben.
Gelebte Erzählungen als Formen der Beziehung
Da der Diskurs an sich ein soziales Phänomen ist, ist diskursive Identitätsbildung ein soziales Unternehmen. Die Formen des sozialen Austauschs, die wir mit narrativen Begriffen bezeichnen oder verstehen lassen diese zu gelebten Erzählungen werden.
Reale Ereignisse sind Handlungszusammenhänge, die als narrativ vorstrukturiert wahrgenommen werden, also gelebte narrative. Beim ausbilden von Identität sind diese gelebten Erzählungen ein wesentlicher Bestandteil. Dies spiegelt sich im Ausdruck von Emotionen wieder.
Der Ausdruck entspricht nicht der Innenwelt bei Emotionen. Gefühle treiben nicht zu einer Handlung, sondern man spielt diese. Emotionale Handlungen konstruieren das soziale Leben und entfalten ihren Sinn erst in der Reaktion der Umwelt. Dafür müssen diese in ein Narrativ, sogenannte Gefühlszenarien, eingebettet sein. So sind angebrachte Reaktionen und Abläufe vorgegeben.
Moralische Identität, Erzählung und Gemeinschaft
Selbstnarrative dienen als Mittel zur Erhaltung und Bildung von Werten. Damit sind andere stets Teil der eigenen Erzählung. Die narrative Gültigkeit hängt folglich ganz erheblich von der Zustimmung anderer ab. Daraus ergibt sich eine wechselseitige Abhängigkeit.
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