Facebook als Teil von jener Kraft, die stets die Einheit will und stets nur Zwiespalt schafft?

Die von Facebook angestrebte Einheit

Facebook verbindet die Welt und löst damit gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf. Zu dieser paradoxen Beschreibung kommt Siva Vaidhyanathan in seinem Buch Anti-Social Media1. Gerade im Kern der Widersprüche zeigen sich jedoch meist die entscheidenden Vorgänge eines Prozesses. Warum trägt die selbst auferlegte Mission die Welt näher zusammen zu bringen dazu bei, Gesellschaft zu spalten und Vertrauen in etablierte Institutionen aufzulösen? Weiterlesen

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#Umweltsau: in der Arena der Öffentlichkeit

Umweltsau

Was sich zwischen den Jahren unter dem Schlagwort “Umweltsau” abgespielt hat ist in Paradebeispiel dafür, wie parasoziale Medien auf journalistische Medien einwirken. Hervorzuheben sind dabei zwei Aspekte: Zum einen die Geschwindigkeit der Abläufe, die auf der Persistenz der Inhalte basiert. Zum anderen die kalkulierte Reaktion-Gegenreaktion-Dynamik, welche scheinbar resistent gegen Argumente ist und nur das Erzeugen von Opferrollen bewirkt. Weiterlesen

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Formen des Widerstands – Basis der Demokratisierung der Datafizierung

Formen des Widerstands

Die technikdeterministische Herangehensweise wirkt wie eine Blockade - also ein zu hoher Widerstand - im Schaltkreis der Selbstbestimmung der Gesellschaft. Der zivilgesellschaftliche Widerstand hat jedoch das Potenzial Aggregatszustände zu verwandeln und den Fluss der Digitalisierung produktiv zu steuern. Damit Widerstand zur fruchtbaren Kritik wird darf er demnach nicht völlig blockieren.Kritik an der Datafizierung, erscheint häufig als Prognose des Verlusts, die auf eine glorifizierte Vergangenheit verweist, oder als Dystopie, die dem naiven Technikdeterminismus verfallen ist1. Den Zukunftsbildern liegt oft so wenig positives inne, dass man zu dem Schluss kommt: Besser die Uhr zurück drehen und weg mit der digitalen Gefahr. Weiterlesen

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Solidarität der Unwissenden – Grenzen der Vernunft?

Solidarität der Unwissenden

Wer möchte schon in einen Topf mit vielen anderen (womöglich schlechteren) Risikoträgern geworfen werden, wenn er mit individualisierten Tarifen besser abschneidet?                                                                                                              (Mau 2017 S. 272) 1

Eine positive Vision der Solidarität in einer quantifizierten Welt sollte dahin gehen, dass die Unterschiede, die sichtbar werden, unter der Perspektive der Solidarität betrachtet werden können.

Diese Frage stellt Steffen Mau, wenn er über Kollektive der Ungleichen in seinem Buch Das metrische Wir schreibt. Im Vorlauf beschreibt er eine Welt, die durch die zunehmende Quantifizierung immer mehr die Unterschiede zwischen Individuen präsentiert bekommt und dadurch von einer zunehmenden Auflösung des Zugehörigkeitsgefühls betroffen ist. Er formuliert so das Argument, dass Quantifizierung die Grundlage der Solidarität zerstört. Dieser Argumentationszusammenhang ist jedoch zu unpräzise gefasst und lässt wegen des absoluten Anspruchs keinen Raum für die Potenziale der Quantifizierung. Weiterlesen

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Digitalisierung by Default: Rationalität gegen Verantwortung?

Digitalisierung by Default

Digitalisierung, Soziologie

Der im soziologischen Neoinstitutionalismus verwendete Begriff des Rationalitätsmythos verweist darauf, dass Organisationen ihre Verfahren als möglichst rational darstellen. Die Zielvorgabe der Rationalität von Verfahren wird dabei aus der Erwartung der Umwelt – einfach Gesprochen: der Gesellschaft – gegenüber Organisationen abgeleitet. Die Gesellschaft hat die Erwartung, dass Entscheidungen in Organisationen rational getroffen werden und darum präsentieren Organisationen ihre Entscheidungsabläufe bzw. Verfahren so, dass der Eindruck entsteht, diese wären rational. Diese s Image der Entscheidungsfindung sagt demnach nicht viel darüber aus, ob Entscheidungen wirklich so getroffen werden, sondern vorerst nur über die Erwartungshaltung der Gesellschaft und der daran orientierten Reaktion der Organisationen. Auf dieser Grundlage erlangen Organisationen Legitimität, so die These [1] . Weiterlesen

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Die Unvermeidlichkeitsrethorik der Datafizierung

Datenerzeugung als latente Funktion

Die Prämisse des digitalen Kapitalismus: Daten existieren und können verwertet werden, um Gewinn zu machen. Ohne diese Selbstverständlichkeit der Datafizierung würden viele Geschäftsmodelle im digitalen Raum ihre Existenzgrundlage verlieren. Gerechtfertigt wird diese Überzeugung meistens mit einem simplen Narrativ: Der Kunde überlässt seine Daten und erhält dafür einen Mehrwert, meist in Form einer Plattform. Vieles von dem, was im Internet funktioniert hat demnach nur entstehen können, weil im Hintergrund digitale Spuren konserviert und in ökonomisch verwertbare Vorhersagen verwandelt werden. Wirklich funktionsfähig ist diese Prämisse jedoch nur, weil sie im Hintergrund existiert und so für die Konsumentenseite nicht zur Verhandlung steht. Weiterlesen

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Anthropomorphisierung von Algorithmen und reale Konsequenzen

Anthropomorphisierung: Der Ball rollt. Das Auto fährt. Der Algorithmus berechnet.

Selbstverständlich gibt keinen Grund dafür Algorithmen als Akteure der Datafizierung zu beschreiben. Trotzdem scheint der Verweis auf menschliches Handeln weit weniger klar, als bei einem Auto oder Ball. Das mag mehrere Gründe haben. So ist es in unserer Vorstellungswelt bereits angelegt, dass Maschinen – allen voran Computer – Bewusstsein zugeschrieben werden kann. Die Begriffe künstliche Intelligenz, autonomes Fahren oder Maschinenlernen erzwingen solche Assoziationen geradezu. Die Idee einer von Menschen erschaffenen Maschine, die über eine dem Menschen gleich Form von Intelligenz verfügt, finden sich früh, sowohl in der Wissenschaft (Julien Offray de La Mettrie: L’Homme-Machine 1748), als auch in der frühen Science-Fiction (Mary Shelley: Frankenstein 1818). Viele Technikbegeisterte waren von dieser Idee fasziniert, wodurch sie ihren Teil zum technischen Fortschritt beitrug und dies immer noch tut. Weiterlesen

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Die Steigerungslogik des digitalen Kapitalismus und seine fixierende Wirkung

Die Steigerungslogik des digitalen Kapitalismus und seine fixierende Wirkung

Steigerungslogik

Die inhärente Steigerungslogik, die Oliver Nachtwey und Philipp Staab als Produktionsmodell des digitalen Kapitalismus bezeichnen, bietet einen plausiblen Ansatz zur Erklärung vieler Schachzüge der großen Player der Digitalisierung 1.
Unter dieser Perspektive wird etwa die geplante Einführung von Facebooks neuer Digitalwährung Libra zum konsequenten Schritt der Ausweitung des Ökosystems. Was, wenn jeder den gleichen Zugang zu einer Währung hätte, die stabil und sicher ist? Das fragt Facebook in dem kurzen Video mit dem Libra angekündigt wird 2.

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Erstkontakt: 35C3

Erstkontakt: 35C3

Das traditionell zwischen Weihnachten und Neujahr veranstaltete Treffen des Chaos Communication Clubs fand wie bereits im Vorjahr vom 27.  bis zum 30. Dezember in Leipzig statt. Für die 35. Ausgabe des Hackerkongress (35C3) wurde fast die gesamte Leipziger Messe von einer Unzahl an freiwilligen Helfern in ein digitales Wunderland verwandelt.

Unter dem Motto Foundations kamen etwa 16 000 Menschen zusammen. An dieser Stelle muss betont werden, dass die gesamte Veranstaltung von Freiwilligen und zum Selbstkostenpreis organisiert und durchgeführt wird, eine unglaubliche Leistung. Neben den technisch sehr anspruchsvollen Vorträgen fanden auch eine ganze Reihe von Grundlagentalks ihren Weg auf die Bühnen. Dies kam Neulingen wie mir natürlich entgegen. Auch dem Vorsatz der digitalen Aufklärung war dieser Schwerpunkt sehr zuträglich. Gerade die gegenwärtige Debatte um Datensicherheit zeigt aufs Neue, dass noch viele Missverständnisse darüber herrschen, wie dieses “Internet” eigentlich funktioniert. Weiterlesen

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Technikdeterminismus

Technikdeterminismus

Die Henne-Ei-Frage der Techniksoziologie lautet: Was war zuerst da? Technische Innovation oder gesellschaftlicher Wandel? Die Antwort darauf fällt unter Vertretern des Technikdeterminismus eindeutig aus. Große Teile unserer gesellschaftlichen Realität sind durch das geprägt, was uns die technischen Möglichkeiten vorgeben. Diese technisch determinierten Zwangsläufigkeiten spielen im Selbstverständnis der modernen Gesellschaft eine entscheidende Rolle, etwa wenn es um den Charakter der Demokratie geht. Weiterlesen

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