Meadows I- Grenzüberschreitung

 Grenzüberschreitung

Meadows et. al. vertreten die These, dass es Grenzen für die Entnahme von Rohstoffen aus der Natur gibt. Diese Grenzen werden jedoch überschritten.
Für  Grenzüberschreitung lassen sich generell drei Ursachen identifizieren:

Wachstum, Beschleunigung und rasche Veränderung. Voraussetzung dafür ist das existieren einer Grenze in einem dynamischen System, welche nicht gefahrlos überschritten werden darf. Weiterhin müssen Fehler in der Wahrnehmung und eine verzögerte Reaktion bei dem Versuch das System innerhalb seiner Grenzen zu halten auftreten .

Das Wachstum der Bevölkerung und des Rohstoffverbrauchs sind Beispiele für eine solche Grenzüberschreitung. Sollte es nicht zu einer rechtzeitigen Korrektur kommen folgt ein Zusammenbruch des Systems.

Um die Folgen dieser Grenzüberschreitung abschätzen zu können stellen die Autoren drei Hilfsmittel vor: Wissenschaftliche und wirtschaftswissenschaftliche Theorien, vorhandene Daten über die Ressourcen der Erde und über die Umwelt und ein Computermodell.

All dies ist eingebettet in ein “Weltbild”, welches  die Perspektive vorgibt. Diese wiederum konzentriert sich auf die Systemebene und folglich auf die vorherrschenden Wechselbeziehungen. Dadurch sollen die treibenden Kräfte der rapiden globalen Veränderung  und die Grenzen des Planeten identifiziert und Lernprozesse der menschlichen Gesellschaft ermöglicht werden.

Dient Wachstum als Porblemlösungsstrategie?

Exponentielles Wachstum der Bevölkerung und das des Ressourcenverbrauchs fungieren als treibende Kraft der Veränderung. Dadurch, dass die Industrieproduktion schneller stieg als die Bevölkerungszahl war eine Zunahme des durchschnittlichen materiellen Lebensstandards möglich.
Das Wachstumsparadigma wird von Einzelpersonen unterstützt, weil damit ein Versprechen nach steigendem Lebensstandard verbunden ist. Regierungen dagegen verwenden Wachstum als Problemlöser jeglicher Art. Somit existieren psychologische und institutionelle Ursachen für Wachstum. Daneben spielen aber auch strukturelle Gründe eine Rolle.

Wachstum ist also in der Lage Probleme zu lösen, jedoch stellt sich dieser Ansatz durch die Endlichkeit der Erde als schwierig dar. Grenzen des Wachstums bedeuten keine Einschränkungen der Zahl der Menschen oder Gegenstände, sondern nur eine Begrenzung des Durchsatzes (Entnahme und Entsorgung).

„Die physischen Grenzen des Wachstums werden bestimmt durch die eingeschränkten Fähigkeiten der Quellen unseres Planeten, Rohstoffe und Energie zu liefern, und der Senken der Erde, die Schadstoffe und Abfälle aufzunehmen.“

Somit begegnen wir dem Problem, dass Quellen zur Neige gehen oder sich verschlechtern und Senken überlastet oder stark belastet sind. Somit kann ein Durchsatz in der gegenwärtigen Höhe nicht mehr lange aufrechterhalten werden.

Perspektiven für die Zukunft

Der Durchsatz kann also nicht mehr lange aufrecht erhalten werden. In dieser Diagnose sind aber ebenso Chancen zu sehen. So ist die Höhe des Durchsatzes nicht zwangsläufig nötig um allen Menschen einen annehmbaren Lebensstandard zu ermöglichen. Eine geringere Bevölkerungszahl, die Veränderung der Konsumgewohnheiten, effizientere Ressourcennutzung durch Technologie bieten Ansatzpunkte unsere Situation zu verbessern. Jedoch besteht momentan kein unmittelbarer Druck für diese Veränderungen. Technischer Fortschritt und flexible Märkte alleine sind zwar notwendig aber nicht hinreichend.

Folgt man der von den Autoren durchgeführten Simulation World3 so ist ein Lebensstandard entsprechend einem europäischen Land mit geringerem Einkommen für etwa acht Milliarden Menschen, bei einer ausgeglichenen Bilanz, möglich.

Sollte die Reduktion der Durchsätze durch technologischen Fortschritt, kluge Entscheidungen und organisatorisches Geschick auf ein verträgliches Niveau ausbleiben, so folgt eine zwangsweise Reduktion durch Mangel an Nahrung, Energie, Rohstoffe oder eine immer ungesündere Umwelt.

 

Grundlage der vorliegenden Zusammenfassung ist das Kapitel I Overshoot: Grenzüberschreitung aus Grenzen des Wachstums, das 30-Jahre-Update*.

 

Die Autoren:

Donella Meadows; Jorgen Randers; Dennis Meadows

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