Skidelsky & Skidelsky II – Wie viel ist genug?

 Wie viel ist genug?

Im letzten Beitrag wurden die Grenzen des Wachstums und ihre Bedeutung für die Bewertung der Umweltschutzbewegung betrachtet. Anschließen daran folgen wir den Skidelskys nun bei der Suche nach den Ursprüngen dieser Bewegung.

Die ethischen Wurzeln der Umweltschutzbewegung

Die ersten Umweltbewegungen waren Produkte eines romantischen Kults, wie etwa von Wandervereinen. Gleichzeitig existierten aber radikale und technikfeindliche Stimmen. Die eher rechts orientierten  Ideen von Heidegger, Kluges etc. wurden durch die Frankfurter(schule) von diesem Stigma befreit und massentauglich gemacht.

Technikkritik fand Einzug allgemeine Bewusstsein durch zwei gesellschaftliche Faktoren. Zum einen durch das Aufkommen der ökologischen Bewegung und zum andern durch die wissenschaftliche Unterstützung von mythischen Vorstellungen.

Diese Kritik hatte jedoch die Nachhaltigkeit von Wachstum und nicht deren Abschaffung zum Ziel. So wurde vorwiegend Nachhaltigkeit als Argument verwendet, der tiefere Antrieb war trotzdem noch moralisch, ästhetisch oder religiöser Natur. So bleibt festzuhalten, dass ein Gefühl und nicht wissenschaftliche Fakten die Umweltbewegung angetrieben haben und immer noch antreiben.

 

Harmonie mit der Natur

Bei der Betrachtung der modernen ökologischen Ethik lassen sich zwei Richtungen identifizieren. Die eher seichte Richtung betrachtet die Natur als Ressource, welche richtig verwaltet werden soll. Die gegenteilige, tiefe Seite versteht die Natur als Wert an sich.

Beide Seiten weisen ihre Mängel auf. So geht mit der seichten Orientierung die Abkehr von der Gegenwartsfixierung einher. Wohingegen die Tiefe die Abkehr von den eigenen Interessen fordert und mit Definitionsproblemen zu kämpfen hat. Dabei wird der menschliche Standpunkt ignoriert.

Die Autoren glauben dagegen belegen zu können, dass der Wert der Natur anthropozentrisch und intrinsisch ist: „Harmonie mit der Natur gehört zu einem guten menschlichen Leben.“ Durch diese Kernaussage wird das Richtige aus beiden Positionen verbunden und das Falsche ausgeschlossen.

Harmonie mit der Natur besteht somit als „Basisgut“, als universelles Bedürfnis für die Seele.

Doch wie sieht Umweltschutz für ein gutes Leben konkret aus? Diese Frage beantworten die Skidelskys mit den folgenden Punkten: Lokale Produktion, Teilhabe an der Produktion und Wissen über lokale Tier- und Pflanzenwelt soll ausgebaut werden. Die Vorbehalte gegen Landwirtschaft und Gartenbau müssen reduziert werden. Anthropozentrische Wertzuweisungen (z.B. dass ein Schneeleopard mehr wertgeschätzt wird als eine Insektenart) sind zu akzeptieren. Und Bevölkerungswachstum ist als Problem anzuerkennen.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Umweltschutz für ein gutes Leben nicht aktiv das Ziel geringen Wachstums verfolgt , viel eher wäre dies ein Nebenprodukt.

 

Die Zusammenfassung bezieht sich auf das Kapitel Natürliche oder moralische Grenzen des Wachstums? aus dem Buch Wie viel ist genug? Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens* von den Autoren Robert Skidelsky (Wiki) und seinem Sohn Edward Skidelsky.

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