Mentale Infrastrukturen – Der Weg in die Zukunft

Der Weg in die Zukunft

Bisher haben wir zwar die Frage beantwortet, was mentale Infrastrukturen sind und wo gegenwärtie Probleme liegen, nicht jedoch welche Perspektive es in die Zukunft gibt. Harald Welzer gibt jedoch sehr klare Antworten, wie er sich eine mögliche Veränderung unserer Denkstrukturen vorstellt. Welche zentrale Rolle dabei Erzählungen spielen erfährst Du in diesem Artikel. 

Der Locked-In-Effekt

„Wie jetzt, nur noch mehr!“ Diese expansive Zukunftsstrategie stellt für unsere Gesellschaft immer noch ein alltägliches Mittel dar um Probleme zu lösen. Mehr Autos für mehr Menschen und damit mehr Energie durch mehr Kraftwerke. Das entspricht genau dieser Logik. Die Begrenztheit unseres Planeten ist jedoch Realität und wird früher oder später immer stärker in Konflikt damit geraten.

Trotz dem offensichtlichen Widerspruch erfolgt kein Umdenken. Diese Unfähigkeit aus dem vorherrschenden Paradigma auszubrechen beschreibt der Locked-In-Effekt.

Was heißt „Umbau der carbonen Gesellschaft“?

Erschwerend kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Unsere westliche Welt verliert zunehmend die Außenwelt aus der problemlos Ressourcen “entnommen” werden können. Entwicklungsländer lassen sich immer weniger wie reine Ressourcenlieferanten behandeln. Dies beschränkt die Möglichkeit günstig an Rohstoffe zu gelangen.

Ein reines darlegen solcher Fakten reicht jedoch offensichtlich nicht aus. Die Grenzen der reinen Aufklärung sind erreicht, da diese nur den kognitiven Teil anspricht. Der Habitus, welcher durch Routinen, Denkmuster und unbewussten Referenzen geprägt ist bleibt davon völlig unangetastet.

Hier stoßen wir auf das Problem einer falschen Erzählung über unser Leben. Diese beinhaltet die gegenwärtige Praxis. Ein Verändern unserer gesellschaftlichen Praxis kann folglich nur gelingen, wenn wir eine Geschichte über uns selbst aus der Perspektive einer möglichen Zukunft entwickeln und damit mehr als nur Fakten aufzählen.

Wie möchten wir gelebt haben?

Negativszenarien eignen sich nicht dazu einen Weg in die Zukunft zu weisen. Es benötigt eine emotionale und identitätsträchtige Vision vom zukünftigen Leben. Verantwortung, Gerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit müssen sich unter dem Begriff des guten Lebens zusammenfinden.

Diese Leitvorstellungen können nicht durch Ökonomie oder Technologie entstehen. Die Zivilgesellschaft ist gefragt um uns mit einer neuen Erzählung auszustatten, welche ohne Wachstum und dafür mit der Idee eines guten Lebens den Weg in die Zukunft weist.

 

Wenn Du mehr über Harald Welzer und seine Arbeit erfahren möchtest findest du hier seinen Wikipedia Eintrag und hier seinen Text zu den mentalen Infrastrukturen, welcher frei verfügbar ist.

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